| Rückblick „re-flect“ 2007 Aus 40 Einsendungen - Wortbeiträge, Text-Bild Collagen, Filme – wählte eine Vorjury zwölf Werke aus, die am 28. Oktober dem Publikum und der Jury vorgestellt werden. Warum sollte man die mehrstündige Präsentation nicht verpassen? „re-flect“ ist eine einzigartige Plattform, die Sie in Deutschland nicht noch einmal finden. Nichtbehinderte und behinderte Menschen haben zum ersten Mal die Möglichkeit, sich in dieser Form zu präsentieren. Man hat sonst nirgendwo eine Chance, in diese Lebenswelt hineinzusehen Es geht aber nicht nur um körperliche und geistige Behinderung, es behindert Menschen zum Beispiel auch, fremd zu sein oder wenig Geld zu haben. Diese Beiträge sind etwas ganz Besonderes. Es wird für das Publikum eine sehr spannende Sache, bei der Präsentation der Wettbewerbsbeiträge live dabei zu sein. Die Abschlussveranstaltung im TdA beginnt um 14.00 Uhr. Die Präsentation der Beiträge wird bis in die frühen Abendstunden dauern, anschließend zieht sich die Jury zur Beratung zurück. Die Preisverleihung findet direkt im Anschluß statt. Die Veranstaltung ist in mehrere Blöcke mit Pausen eingeteilt. Für das leibliche Wohl der Gäste ist gesorgt Die 12 Nominierten von „re-flect“ 2007 Gemeinnützige GmbH Altmark-West, Mieste Tanzgruppe „Womies“: „Die Schöne und das Biest“ (live getanzt) Sebastian Cario, Stendal „Von den Brettern am Stadtsee in die Welt“ (Film) Diana Liebeknecht, Magdeburg „Schritt für Schritt – Barrierefrei“ (Film) Petra Hübner, Stendal „Ein wahres Wunder“ (Lesung) Jamie McDine, Magdeburg „Fremdsein in Magdeburg“ (Film) Altmärkischer Gehörlosenverein, Stendal „Stille Welt, na und?“ (Film) Lebenshilfe Osterburg, Theatergruppe der Wohnstätte für Behinderte „Es ist normal, verschieden zu sein“ (Sketch, live gezeigt) Schreibgruppe „Regenbogen“, Halle Gedichte und Texte (Lesung) Christian Kumpmann, Stendal „Boris geht seinen Weg“ (Film) Juliane Jesse, Offener Kanal Magdeburg „Behinderten-WG in Magdeburg“ (Film) Abschlussjahrgang „Gebärdensprache“, Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) „Gebärdensprachdolmetscher – der tollste Studiengang der Welt“ (Film & Szenenspiel) Danilo Pudmensky, Lebenshilfe Osterburg, „So bin ich“ (Film & Kunstobjekt) Der Mundmaler ist kurz nach dem Einreichen seines Beitrages verstorben Preisträger 2007 In diesem Jahr wurden durch die Jury zwei Preise vergeben 1. Preis: Altmärkischer Gehörlosenverein Stendal 2. Preis: Schreibgruppe „Regenbogen“ aus Halle Preisverleihung 2007
An einer Publikumsreaktion konnten sich die Juroren bei ihrer schweren Aufgabe nicht orientieren, denn jede Aufführung wurde gleichermaßen mit Aufmerksamkeit und Applaus bedacht. Die hart errungene Entscheidung nach einer Stunde und 40 Minuten: Erster Preis (1000 Euro) für „Stille Welt, na und?“ vom Altmärkischen Gehörlosenverein. Der geräuschlose Film verblüffte das hörende Publikum und lenkte die Konzentration auf das untertitelte Gebärdengespräch der Protagonisten Reico Lühe und Adolf Kuß.Zweiter Preis (600 Euro) für die Schreibgruppe „Regenbogen“ aus Halle, ihre Texte gewähren einen Blick in die Gefühlswelt seelisch und psychisch erkrankter Menschen.
„Ich sehe, höre und bin gar nicht da. Warum?!“ heißt es in einem Gedicht von Uschi Kuhfuß.
„Ich habe eine Menge gelernt“, resümierte der Intendant des TdA Markus Dietze, der ohne Berührungsängste durch das Programm geführt hatte und während des Wartens auf die Juryentscheidung ungeahnte Entertainer-Qualitäten offenbarte.
Der Intendant ließ seinem Lernprozess noch am selben Abend Taten folgen:
Er vereinbarte mit dem Gebärdendolmetscher-Paar Antje und Fred Mitschke aus Rathenow, dass während der Veranstaltung am Bühnenrand unermüdlich übersetzt hatte, einen Termin. Am 8. März 2008 um 19.30 Uhr wird im TdA „Heute wieder Hamlet“ mit Übersetzung für Gehörlose gezeigt. |